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Carl Peter Henrik Dam – Der Entdecker des „Gerinnungsvitamins“ K
In der modernen Präventivmedizin ist Vitamin K heute vielen Menschen ein Begriff – insbesondere im Zusammenhang mit Knochengesundheit, Gefäßschutz und der Blutgerinnung. Dass wir überhaupt wissen, wie wichtig dieser fettlösliche Vitalstoff ist, verdanken wir dem dänischen Biochemiker Carl Peter Henrik Dam.
Er war es, der 1929 ein unbekanntes Molekül entdeckte, das für die normale Blutgerinnung unverzichtbar ist. Die Entdeckung von Vitamin K war nicht nur ein Durchbruch für die Ernährungswissenschaft, sondern auch für die klinische Medizin. Bis heute prägt sie unser Verständnis darüber, wie Kalzium im Körper richtig geleitet und gespeichert wird – und welche Rolle Mikronährstoffe dabei spielen.
Auch wenn wir in der Vitamin Lounge derzeit keine Infusionstherapien oder Supplemente mit Vitamin K anbieten, ist dieses Vitamin aus unserem Verständnis von biochemischer Prävention und Ernährung nicht wegzudenken. Der Name Carl Peter Henrik Dam steht für eine wissenschaftliche Entdeckung, deren Bedeutung weit über die klassische Vitaminlehre hinausgeht.
Wer war Carl Peter Henrik Dam?
Carl Peter Henrik Dam wurde am 21. Februar 1895 in Kopenhagen geboren. Er studierte Chemie und Biochemie und war zunächst Assistent am Institut für Biochemie an der Universität Kopenhagen. Später führte ihn seine Forschung an internationale Institute, unter anderem nach Graz und Rochester (New York), bevor er wieder in Dänemark lehrte.
Seine bedeutendste Entdeckung machte er Ende der 1920er-Jahre. Dam untersuchte den Einfluss von Cholesterin auf den Stoffwechsel, indem er Versuchstiere mit cholesterinfreier Nahrung fütterte. Dabei fiel auf: Die Hühner entwickelten spontane Blutungen, obwohl alle bekannten Nährstoffe ergänzt wurden. Der Verdacht lag nahe, dass ein bislang unbekannter, fettlöslicher Stoff fehlte – ein „Koagulationsvitamin“.
Dieses neue Vitamin nannte er Vitamin K – benannt nach dem dänischen Wort Koagulation. Für diese Entdeckung erhielt er 1943 gemeinsam mit dem US-Amerikaner Edward Doisy den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Die Entdeckung von Vitamin K
Dam konnte zeigen, dass bestimmte Lebensmittel – insbesondere grüne Blattgemüse und bestimmte pflanzliche Fette – die Gerinnungssymptome bei Hühnern aufhoben. Daraus schloss er, dass diese Nahrungsmittel einen lebensnotwendigen Wirkstoff enthalten mussten, der nicht zu den damals bekannten Vitaminen zählte.
Seine Hypothese: Es handelt sich um einen koagulationsfördernden, fettlöslichen Nährstoff, der in der Natur in mehreren Formen vorkommt. In Zusammenarbeit mit anderen Forschern, insbesondere mit Edward Doisy, wurde später die chemische Struktur aufgeklärt: Vitamin K1 (Phyllochinon) aus Pflanzen, und Vitamin K2 (Menachinon), gebildet durch Darmbakterien.
Die Funktion von Vitamin K
Was als „Gerinnungsvitamin“ begann, hat sich längst als Multitalent in der Biochemie des Körpers herausgestellt. Vitamin K ist heute bekannt für seine Rolle in folgenden Prozessen:
- Blutgerinnung
Vitamin K aktiviert Gerinnungsfaktoren in der Leber, insbesondere Prothrombin. Ohne ausreichend Vitamin K drohen spontane Blutungen – deshalb wird es heute standardmäßig Neugeborenen verabreicht, um Hirnblutungen vorzubeugen.
- Knochengesundheit
Es aktiviert das Protein Osteocalcin, das dafür sorgt, dass Kalzium in die Knochen eingelagert und dort gebunden wird – ein Prozess, der bei Osteoporose von großer Bedeutung ist.
- Gefäßschutz
Vitamin K reguliert auch das Protein Matrix-Gla-Protein, das verhindert, dass Kalzium sich in Arterien ablagert. Dies hat potenziell positive Effekte für Herz-Kreislauf-Gesundheit und Gefäßelastizität.
- Immunologische und entzündungshemmende Wirkung
Neuere Forschungen untersuchen auch die Rolle von Vitamin K in der Immunregulation und der Hemmung chronisch-entzündlicher Prozesse.
Vitamin K1 vs. K2 – und was das für die Gesundheit bedeutet
Vitamin K kommt in zwei Hauptformen vor:
- Vitamin K1 (Phyllochinon) – vor allem in grünem Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli
- Vitamin K2 (Menachinon) – in fermentierten Lebensmitteln wie Natto, gereiftem Käse, Sauerkraut
K2 besitzt eine längere Halbwertszeit und wirkt gezielter auf Knochen- und Gefäßsysteme. Deshalb wird es heute bevorzugt bei Mikronährstoffkonzepten zur Knochengesundheit und Arterienelastizität eingesetzt.
Relevanz für die Vitamin Lounge
Die Vitamin Lounge bietet derzeit keine Infusionstherapien oder Supplemente mit Vitamin K an. Dennoch ist die Rolle dieses Vitamins fest in unserem wissenschaftlichen Verständnis von Gesundheit verankert.
Wir berücksichtigen Vitamin K in der Mikronährstoffberatung insbesondere dann, wenn Kund:innen:
- bereits Vitamin D3 supplementieren (Kalziumregulation),
- eine Knochendichtemessung oder Osteoporose-Vorgeschichte haben,
- unter Gefäßverkalkung, Kalziumüberladung oder chronischer Entzündung leiden.
Unser Anspruch: evidenzbasierte Information, auch zu Stoffen, die wir (noch) nicht direkt verabreichen – weil Gesundheit bei der Aufklärung beginnt.
Persönlichkeit und Vermächtnis
Carl Peter Henrik Dam war ein stiller, aber hartnäckiger Forscher. Er verfolgte seine wissenschaftlichen Fragen mit methodischer Sorgfalt – ohne Sensationsdrang, aber mit visionärem Weitblick. Seine Entdeckung hat nicht nur die Vitaminwissenschaft revolutioniert, sondern Millionen Menschen weltweit vor gefährlichen Blutgerinnungsstörungen bewahrt.
Dass Vitamin K heute Standard in der Neugeborenenversorgung, Teil jeder fundierten Ernährungstheorie und Gegenstand aktueller Forschung ist, ist ein direktes Vermächtnis seiner Arbeit.
Fazit: Ein Erfinder des „Koagulationsfaktors“
Carl Peter Henrik Dam hat mit der Entdeckung von Vitamin K ein neues Kapitel der Ernährungsmedizin aufgeschlagen. Seine Arbeit zeigt, wie komplex – und wie lebenswichtig – Mikronährstoffe sein können, selbst wenn sie in winzigen Mengen wirken.
In der Vitamin Lounge verstehen wir Gesundheit als ein Zusammenspiel vieler Faktoren – darunter auch Vitamine wie K, die nicht im Mittelpunkt stehen, aber entscheidend im Hintergrund wirken. Unser Ziel ist es, solche Zusammenhänge zu vermitteln, zu erklären – und daraus individuelle Empfehlungen abzuleiten.
By Daniel Einy
Achtung! Die Mengenangaben sind nicht bindend und können variieren. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden. Alle Leistungen der Vitamin Lounge Standorte werden von unabhängigen Ärzten & Heilpraktikern (Deutschland) durchgeführt, die Verabreichung der Infusion sowie die Menge der Inhaltsstoffe entscheidet der Arzt oder Heilpraktiker (Deutschland) nach einer sorgfältigen Anamnese oder Blutanalyse. Bitte beachte den Haftungsausschluss.
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